Wer ist von Burnout betroffen?

Herbert Freudenberger zählte als Pionier der Burnout-Erforschung persönliche Haltung und Arbeit zu den Risikofaktoren, an dem Burnout-Syndrom zu erkranken. Die Bewältigung anstehender Aufgaben nehme ihm zufolge aufgrund von Sättigung zulasten des Privatlebens immer mehr Zeit in Anspruch. Burnout-Patienten verübten ihre Aufgaben voller Hingabe und Einsatz, während diese aufopferungsvolle Arbeit kaum oder gar nicht adäquat belohnt würde. Außerdem hätten Betroffene „a need to give“, also jene Eigenschaft, die im deutschen Sprachraum mit einigen Jahren Verspätung als „Helfersyndrom“ berühmt wurde.

Während Freudenberger einen Zusammenhang von Burnout-Erkrankungen mit dem Feld der sogenannten helfenden Berufe herstellte, ist heute gesichert, dass Menschen aller Berufsgruppen und Tätigkeitsfelder von Burnout betroffen sein können.

So gelten neben den Mitgliedern von helfenden und heilenden Berufsgruppen, z. B. Pflegepersonal, Ärzte oder Therapeuten auch Angehörige von betagten oder behinderten Menschen als besonders gefährdet, ein Burnout-Syndrom zu entwickeln. Darüber hinaus sind Menschen in lehrenden Berufen häufig betroffen, z. B. Kinderbetreuer, Lehrer oder Erzieher. Aber auch Menschen, die im Schichtdienst arbeiten, Flugpersonal, Anwälte oder Manager zählen zu den Risikogruppen.